Mut zur Veränderung: Warum Führungskräfte jetzt als ‚Hunter‘ denken sollten
In einer Welt, die von mehreren Krisen zugleich geprägt ist – sei es durch geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Herausforderungen oder den Klimawandel – stehen Unternehmen unter enormem Druck. Die Zeiten, in denen Führungskräfte darauf warteten, dass sich die Welt von selbst wieder ins Lot bringt, sind längst vorbei. Die Frage, die sich jetzt stellt: Welche Eigenschaften braucht es, um in dieser turbulenten Phase erfolgreich zu sein?
Eine mögliche Antwort kommt aus der Vertriebswelt, wo zwei Typen bekannt sind: Die „Farmer“ und die „Hunter“. Die „Farmer“ sind die, die darauf setzen, bestehende Strukturen zu pflegen und zu verwalten. Sie setzen auf Beständigkeit, warten auf Anrufe und streben nach langfristigen Beziehungen. Doch in Zeiten wie diesen reicht das nicht mehr aus. Was wir jetzt brauchen, sind die „Hunter“ – die Macher und Veränderer, die bereit sind, neue Wege zu gehen, Risiken einzugehen und aktiv nach Chancen zu suchen.
Neugier und Mut sind gefragt
Die Welt dreht sich schneller als je zuvor. Wer sich darauf beschränkt, Altes zu verwalten und abzusichern, wird bald überholt. Es geht darum, sich zu trauen, neue Konzepte zu testen – sei es im Vertrieb, in der Digitalisierung oder bei der Umgestaltung der Produktion. Der Mut, Entscheidungen zu treffen, auch wenn nicht alles vorhersehbar ist, ist entscheidend. Das bedeutet, auch einmal in neue Technologien zu investieren oder Veränderungen vorzunehmen, die langfristig das Unternehmen zukunftsfähig machen.
Der Spirit von Start-ups
Einige Unternehmen haben bereits begonnen, sich den Spirit von Start-ups zu eigen zu machen. Sie ermutigen ihre Führungskräfte, innovative Ideen zu entwickeln, Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen. Dabei werden einzelne Bereiche des Unternehmens wie eigenständige Einheiten geführt – fast wie kleine Schnellboote, die schnell auf Veränderungen reagieren können. Hierbei ist eine Kultur des Fehlermachens und des kontinuierlichen Lernens von großer Bedeutung.
Führungskräfte als Lernende
Natürlich stellt sich die Frage: Kann man sich als Führungskraft von einem „Farmer“ zu einem „Hunter“ entwickeln? Die Antwort ist: Ja, zumindest in gewissem Maße. Es geht nicht darum, die Persönlichkeit radikal zu verändern, sondern bestimmte Eigenschaften zu kultivieren, die einen proaktiven Führungsstil fördern. Man muss nicht extrovertiert sein, um mutig und offen für Veränderungen zu sein. Die wahre Herausforderung liegt darin, mit gesundem Vertrauen ins Team voranzugehen, eine Fehlerkultur zu etablieren und als Führungskraft die nötige Veränderungsbereitschaft vorleben.
Alle gemeinsam an Bord
Bei aller Begeisterung für die „Hunter“ sollte jedoch nicht vergessen werden, dass Veränderungen immer das gesamte Team betreffen. Die größte Herausforderung besteht darin, alle Mitarbeitenden mitzunehmen. Es geht nicht um den Erfolg des Einzelnen, sondern um den gemeinsamen Fortschritt. Und es geht nicht darum, bestimmte Charaktereigenschaften zu fordern, sondern vielmehr darum, insgesamt mehr Mut zu entwickeln, sich etwas zuzutrauen und aktiv zu handeln. Vielleicht können wir uns hier wirklich etwas von Kindern abschauen – „einfach mal machen“.




