Wie wichtig ist der Arbeitsweg bei der Wahl des Arbeitgebers?

Der Arbeitsweg spielt bei der Wahl des Arbeitgebers eine größere Rolle, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Wie wichtig ist diese Distanz im Vergleich zu anderen Kriterien wie Gehalt, Unternehmenskultur oder Karrierechancen? Und wie lang darf der Arbeitsweg sein, bevor er zur Belastung wird? Eine aktuelle Umfrage liefert interessante Einblicke.

Der Arbeitsweg als Stressfaktor

Für viele Menschen ist die Rückkehr ins Büro nach einer Homeoffice-Phase mit Frustration verbunden – oft aufgrund des Arbeitsweges. Dieser bedeutet nicht nur zusätzliche Zeit, sondern auch erhöhten Stress. Besonders Eltern, die ihre Kinder vor der Arbeit zur Schule oder Kita bringen müssen, empfinden das Homeoffice als enorme Erleichterung. Aber auch kinderlose Berufstätige schätzen die stressfreie Zeit, die durch den Wegfall des Pendelns gewonnen wird.

Einfluss des Arbeitswegs auf die Arbeitgeberwahl

Wie sehr beeinflusst die Entfernung zum Büro die Entscheidung für oder gegen einen Arbeitgeber? Eine Umfrage des Stellenportals Jooble unter 1.188 Personen zeigt: Für die Mehrheit ist der Arbeitsweg ein entscheidender Faktor.

  • 83,8 Prozent der Befragten geben an, dass die Distanz zur Arbeitsstelle wichtig ist.
  • 49,5 Prozent berichten, dass sie regelmäßig unter stressbedingten Problemen durch das Pendeln leiden, wie Erschöpfung, Zeitmangel oder unzuverlässige Verkehrsmittel.
  • 24,7 Prozent erleben diese Probleme gelegentlich, während 14,2 Prozent nur selten darunter leiden.
  • Lediglich 11,6 Prozent empfinden keinen Stress durch ihren Arbeitsweg.

Die Umfrage zeigt auch, dass die meisten Menschen eine klare zeitliche Grenze setzen:

  • 54,6 Prozent möchten nicht mehr als 30 Minuten pro Strecke pendeln.
  • 37,7 Prozent wären bereit, bis zu einer Stunde einzuplanen.
  • Nur 7,7 Prozent akzeptieren einen Arbeitsweg von mehr als einer Stunde.

Diese Angaben beziehen sich auf die einfache Strecke, nicht auf den Hin- und Rückweg.

Nähe zum Arbeitsplatz vs. andere Faktoren

Wie wichtig ist die Nähe zum Arbeitsplatz im Vergleich zu Gehalt, Unternehmenskultur oder Entwicklungsmöglichkeiten? Die Ergebnisse sprechen für sich:

  • Für 77,3 Prozent der Befragten hat die Distanz zum Arbeitsplatz eine hohe Priorität.
  • Nur 18,4 Prozent sehen andere Faktoren wie Gehalt oder Karrierechancen als wichtiger an.
  • Gerade einmal 4,3 Prozent ist die Entfernung vollkommen egal.

Zahlen und Fakten: Pendeln in Deutschland

Laut dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung pendeln rund 20 Millionen Menschen in Deutschland regelmäßig zur Arbeit. Im Durchschnitt beträgt die Strecke 17,2 Kilometer. Dennoch gibt es große Unterschiede:

  • Knapp 21 Prozent der Pendler legen mehr als 30 Kilometer pro Strecke zurück.
  • Etwa 11 Prozent fahren sogar mehr als 50 Kilometer.
  • Besonders in dünn besiedelten Regionen sind die Wege lang, da viele Arbeitsplätze in den Städten liegen.

In den 80 deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern befinden sich 41,3 Prozent aller Arbeitsplätze. Rund 6,8 Millionen Menschen pendeln in diese Städte. Besonders in Großstädten kommt ein hoher Anteil der Beschäftigten aus anderen Städten: In manchen Metropolen liegt der Anteil der Pendler bei über 60 Prozent.

Fazit

Die Bedeutung des Arbeitswegs für die Arbeitgeberwahl wird häufig unterschätzt. Für viele Menschen ist die Entfernung zur Arbeit nicht nur ein logistischer, sondern auch ein emotionaler Faktor, der ihre Lebensqualität und berufliche Zufriedenheit beeinflusst. Arbeitgeber, die flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice oder hybride Lösungen anbieten, können hier entscheidend punkten – besonders bei Mitarbeitenden, die lange Pendelzeiten vermeiden möchten.

Am Ende zeigt sich: Ein kurzer Arbeitsweg spart nicht nur Zeit und Nerven, sondern trägt auch dazu bei, die Balance zwischen Berufs- und Privatleben zu verbessern.

Vertrauen statt Kontrolle: Wie du dein Team stärkst und als Führungskraft entspannter wirst

Stell dir vor, du bist Führungskraft in einem mittelständischen Unternehmen. Du hast ein Team, das kluge Köpfe und kreative Talente vereint – doch anstatt zu glänzen, wirken die Mitarbeitenden oft unsicher, zögern bei Entscheidungen und fragen bei jeder Kleinigkeit um Erlaubnis. Kommt dir das bekannt vor? Dann könnte es sein, dass dein Drang zur Überkontrolle – so gut gemeint er auch sein mag – unbewusst die Eigeninitiative deines Teams ausbremst.

Dieses Micromanagement kann jedoch nicht nur dein Team ausbremsen, sondern auch dich selbst an der Weiterentwicklung hindern. Doch keine Sorge, es gibt Wege aus dieser Falle!

Warum dein Kontrollverhalten problematisch sein könnte

Stell dir vor, dein Team arbeitet an einer Marketingkampagne. Lisa, die Kreativstrategin, hat eine originelle Idee für das neue Konzept entwickelt. Doch kaum hat sie angefangen, ihre Vision umzusetzen, schaltest du dich ein: „Kannst du die Headlines bitte nochmal anpassen? Und wie wäre es, wenn wir die Farbkombination ändern? Ich habe da einen Vorschlag!“

Was passiert? Lisa fühlt sich entmachtet und denkt: Warum mache ich mir überhaupt die Mühe, wenn es am Ende doch nicht zählt?

Dieses Verhalten signalisiert unbewusst: „Ich vertraue dir nicht.“ Langfristig führt das dazu, dass deine Mitarbeitenden entweder nur noch Dienst nach Vorschrift machen oder frustriert den Job wechseln. Und für dich selbst? Dauerhafte Kontrolle erzeugt Stress, nimmt dir Zeit für strategische Aufgaben und macht dich zum Flaschenhals in Entscheidungsprozessen.

So findest du einen gesunden Weg zu mehr Vertrauen

Wie kannst du diesen Kreislauf durchbrechen? Hier sind fünf konkrete Schritte – illustriert mit Beispielen, die dir zeigen, wie du das Vertrauen zu deinem Team stärken kannst:

1. Reflektiere dein Verhalten

Frag dich: Warum fällt es mir schwer, loszulassen? Vielleicht, weil du schlechte Erfahrungen gemacht hast? Vielleicht, weil du denkst, dass niemand es „so gut wie du“ machen kann?

Beispiel: Max, Geschäftsführer eines Start-ups, merkte, dass seine ständige Einmischung dem Team die Luft nahm. Er begann, nach jedem Projekt gezielt Feedback einzuholen, um zu verstehen, wo er unnötig kontrollierte. Das half ihm, seine Ängste schrittweise abzubauen.

2. Delegiere Aufgaben mit klarem Vertrauen

Überlege bei jeder Aufgabe: Wer aus meinem Team hat das Potenzial, diese Aufgabe eigenständig zu übernehmen? Gib klare Ziele vor, aber lasse Spielraum für die Umsetzung.

Beispiel: Als Projektleiterin Anna ihren Entwickler Tim mit der Erstellung einer neuen Software betraute, sprach sie ihm bewusst ihr Vertrauen aus: „Ich weiß, dass du das draufhast. Melde dich nur, wenn du Unterstützung brauchst.“ Das motivierte Tim, sich richtig reinzuhängen – und das Ergebnis übertraf Annas Erwartungen.

3. Kommuniziere klar und offen

Stell sicher, dass dein Team weiß, was du von ihnen erwartest. Klare Ziele und regelmäßige Feedbackrunden helfen dabei, Unsicherheiten abzubauen.

Beispiel: Statt ständig zwischenzufunken, führte der Vertriebsleiter Jonas eine wöchentliche Teamrunde ein. Hier wurden Fortschritte besprochen und Hindernisse analysiert – ohne Mikromanagement. Plötzlich fühlte sich sein Team deutlich souveräner.

4. Fördere die Eigenverantwortung deiner Mitarbeitenden

Vertraue darauf, dass dein Team fähig ist, Probleme zu lösen – und lass sie genau das auch tun.

Beispiel: Als Katharina, eine Teamleiterin im Personalbereich, anfing, ihre Mitarbeitenden bei Entscheidungen selbstständig machen zu lassen, überraschte sie, wie kreativ und effizient das Team wurde. Anfangs kostete sie das Überwindung, doch mit der Zeit genoss sie die Entlastung.

5. Arbeite an deinem inneren Vertrauen

Häufig liegt übermäßige Kontrolle an einem tiefen Wunsch nach Sicherheit. Ein Coaching oder der Austausch mit anderen Führungskräften kann helfen, neue Perspektiven zu gewinnen.

Beispiel: Paul, der Geschäftsführer eines Logistikunternehmens, lernte in einem Führungskräfteseminar, wie er seinen Perfektionismus loslassen konnte. Sein Leitsatz wurde: „Nicht alles muss perfekt sein, um gut zu sein.“

Fazit

Ein vertrauensvoller Führungsstil ist keine Schwäche, sondern eine der wichtigsten Stärken moderner Führungskräfte. Loslassen bedeutet nicht, sich zurückzuziehen – sondern seinen Mitarbeitenden Raum für Entfaltung zu geben.

Denke daran: Dein Job als Führungskraft ist es, die Stärken deines Teams zu erkennen und sie gezielt einzusetzen. Und wenn du loslässt, wirst du nicht nur zufriedene Mitarbeitende haben, sondern auch selbst entspannter und effizienter arbeiten können.

Also: Mach den ersten Schritt und lass dein Team zeigen, was es wirklich kann!

Das Onboarding – Der Schlüssel für eine gute Integration neuer Mitarbeiter

Wenn die Kollegen erst noch hektisch einen Schreibtisch frei räumen müssen, damit der oder die Neue überhaupt einen Platz hat, dämpft das merklich die Motivation. Laut einer Studie des Human Capital Institutes gehen 77% der Arbeitnehmer am ersten Arbeitstag früher nach Hause, weil Arbeitsplatz und Kollegen nicht auf den Neuankömmling vorbereitet sind.

Wenn Mitarbeiter aber nicht systematisch in das neue Arbeitsumfeld mit seinen Strukturen und Regeln eingeführt werden, kann das hohe Kosten verursachen und schadet dem Image des Unternehmens.

Der Mehrwert, d.h. die Fähigkeiten, Kenntnisse und damit das Innovationspotenzial, von neuen Mitarbeitern ist schnell verspielt. Dass betroffene Mitarbeiter in solchen Fällen oft nach kurzer Zeit kündigen, ist nicht ungewöhnlich.

So gelingt der Einarbeitungsprozess neuer Mitarbeiter

Das “An-Bord-Nehmen“ schließt sich an die Bewerbungsphase an und beginnt direkt nach der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags. Übrigens kann die Zeit zwischen Vertragsunterzeichnung und Arbeitsbeginn gut genutzt werden, um den Kontakt zum neuen Mitarbeiter zu halten, ihn auf das Unternehmen einzustimmen und die Vorfreude zu erhöhen. Warum den neuen Mitarbeiter nicht mit einem Willkommenspaket überraschen, das ihm nach Hause geliefert wird?

Das Ziel des Onboarding-Prozess ist, es neuen Mitarbeitern zu ermöglichen, das Unternehmen kennenzulernen und abteilungsübergreifende Netzwerke aufzubauen. Deshalb ist es wichtig sich darüber Gedanken machen, was neue Kollegen über das Unternehmen (Unternehmensziele, Struktur, Arbeitsstil, betriebliche Umgangsformen etc.) wissen sollten.

Zum Onboarding-Prozess gehört, dass der neue Mitarbeiter gleich am ersten Tag einen komplett ausgestatteten Arbeitsplatz vorfindet. Dazu gehören z. B. Berechtigungen und Zugänge für die IT-Systeme, Räume, Materialien, Dienstwagen, Mobil Devices, etc.

Für ein Onboarding aus bzw. im Homeoffice gelten natürlich grundsätzlich die selben Regeln. Allerdings müssen die fachliche Einarbeitung und die soziale Integration besonders berücksichtigt werden, denn sich eben mal schnell zusammensetzen, um Aufgaben zu besprechen, oder das zufällige Gespräch in der Kaffeeküche gestalten sich im Homeoffice schwierig.

Das Onboarding als Führungsaufgabe

Es ist die Aufgabe des direkten Vorgesetzten, den Mitarbeiter erfolgreich in das Unternehmen einzuführen. Wenn die Führungskraft allerdings schon am ersten Tag keine Zeit hat, um den neuen Mitarbeiter zu begrüßen, der Belegschaft vorzustellen und mit ihm ein ausführliches Gespräch zu führen, ist das eine vergebene Chance.

Auch sollte die Führungskraft rechtzeitig ein Gespräch mit dem neuen Mitarbeiter führen, in dem nicht nur die konkreten Arbeitsbereiche und -aufgaben, sondern auch Erwartungen hinsichtlich des Verhaltens im Team, der Kommunikation untereinander und der Werte, die im Unternehmen geschätzt werden, geklärt werden.

Ein Einarbeitungsplan gibt Orientierung

Der neue Mitarbeiter fühlt sich vernachlässigt und die Anfangsmotivation ist schnell dahin, wenn er nach zwei Wochen noch immer mit Beschäftigungsmaßnahmen bei Laune gehalten wird. Es geht wertvolle Zeit verloren, in der der neue Kollege schon längst seinen Beitrag für das Unternehmen leisten könnte.

Deshalb sollte bis zum Arbeitsbeginn des Mitarbeiters ein ausführlicher Einarbeitungsplan vorhanden sein. Der beschreibt, welche Inhalte dem Mitarbeiter in welchem zeitlichen Rahmen mit welchen Methoden vermittelt werden und wer im Unternehmen dafür zuständig ist.

Ein Einarbeitungsplan sollte mindestens die folgenden Punkte enthalten:

  • Persönliche Vorstellung der Kollegen (auch aus anderen Fachbereichen)
  • Einarbeitungsmaßnahmen wie Einführungskurse oder Vorstellung des Produktportfolios
  • Information zu Projekten und Arbeitszielen der nächsten Monate
  • Kennenlernen der Abteilungen, die für die Einarbeitung notwendig sind
  • Planung und Terminierung von regelmäßigen Feedbackgesprächen
  • Kompetenzen, die aufgebaut werden sollten

Ein Paten- oder Mentoring-Programm unterstützt den Wissenstransfer, die soziale Integration, schafft Vertrauen und kann dem Mitarbeiter helfen, sich schnell in die neuen Strukturen einzuleben. Dabei ist wichtig, dass der Pate sowohl die notwendige Kompetenz für die fachliche und soziale Eingliederung des neuen Kollegen mitbringt als auch loyal gegenüber dem Vorgesetzten und dem Unternehmen agiert.

Kommunikation und Feedback

Mitarbeitergespräche geben der Führungskraft die Möglichkeit, die Integration des neuen Mitarbeiters als Starthelfer und Coach zu begleiten und die Zielerreichung und Kompetenzentwicklung abzuklären.

Durch Gespräche und Beobachtungen kann die Führungskraft herauszufinden, ob Anpassungsschwierigkeiten bestehen und welche Gründe es dafür gibt. Wichtig ist eine offene Kommunikationskultur, d.h.:

  • Konflikte im Team offen ansprechen, ggf. Einzelgespräche anbieten
  • Nachfragen zulassen
  • Immer ein offenes Ohr für alle Beteiligten haben

Diese regelmäßigen Mitarbeitergespräche sollten im Einarbeitungsplan berücksichtigt sein.

Auch Teamevents, ein Welcome-Day, unternehmensinterne Foren und Kanälen oder verschiedene Einführungsveranstaltungen helfen dem neuen Mitarbeiter das Unternehmen besser zu verstehen und damit auch in die neue Aufgabe zu finden.

Der perfekte 1. Tag

Ziel des ersten Arbeitstages sollte es sein, dass sich neue Mitarbeiter willkommen fühlen und einen positiven ersten Eindruck vom Unternehmen, den Vorgesetzten und dem neuen Team bekommen.

Am ersten Tag:

  • Herzliche Begrüßung mit Warm-up Gespräch und Vorstellung der Teamkollegen
  • Einweisung am Arbeitsplatz und Rundgang
  • Vorstellung des Einarbeitungsplans
  • Ein gemeinsames Mittagessen mit dem Team
  • Feedbackgespräch zum ersten Arbeitstag

Ein kleiner Willkommensgruß – vielleicht ein netter Werbeartikel – und ein informiertes Team signalisieren, dass der neue Kollege willkommen ist.

Übrigens: Der Mensch zählt, nicht das Geschlecht. Wir setzen auf Vielfalt, lehnen Diskriminierung ab und denken nicht in Kategorien wie etwa Geschlecht, ethnische Herkunft, Religion, Behinderung, Alter oder sexuelle Identität. Deshalb verzichten wir aus Gründen der besseren Lesbarkeit in allen Dokumenten weitestgehend auf die gleichzeitige Verwendung geschlechtsspezifischer Sprachformen.

Happy Onboarding!

Die Entscheidung zwischen Routine und Herausforderung

Routine kann zur Belastung werden

Routine kann zur Langeweile und irgendwann vielleicht sogar zur Belastung werden. Fakt ist, dass der Mensch Möglichkeiten zur Weiterentwicklung braucht. Das Gehirn will gefordert werden. Durch das Meistern von Herausforderungen werden neue Synapsen im Gehirn geknüpft und die sind wichtig für das Selbstbewusstsein und die Zufriedenheit. Berufliche Herausforderungen sind sehr nützlich für die Weiterentwicklung und da wir nun einmal einen großen Teil unserer Zeit im Job verbringen ein steter Quell hierfür. Doch was, wenn sie fehlen?

Bei den Herausforderungen, die der Arbeitsalltag heutzutage stellt, kann ein bisschen Stillstand zwar eine Erleichterung sein und er bietet ja auch eine Menge Sicherheit. In der Regel schwenkt dieses Empfinden aber irgendwann um. Die früher als angenehm empfundene Routine wird langweilig. Es fehlt an Abwechslung.

Fünf Anzeichen, dass Sie beruflich auf der Stelle treten

Viele können oder wollen oft nicht sehen, dass es ihnen an Perspektiven mangelt. Werfen Sie doch einmal einen ehrlichen Blick auf Ihre Situation:

  • Gab es für Sie im letzten Jahr berufliche Weiterbildungen, Veränderungen Ihrer Tätigkeiten oder Verantwortungsbereiche, einen Stellenwechsel oder andere neue Berufserfahrungen?
  • Haben Sie eine realistische Chance auf eine Beförderung oder gibt es die Möglichkeit, sich intern auf einer anderen Stelle weiterzuentwickeln?
  • Sind Sie bei der Arbeit voll bei der Sache oder sehnen Sie regelmäßig den Feierabend herbei?
  • Haben Sie konkrete Zukunftspläne für Ihren beruflichen Werdegang und lassen sich diese mit Ihrer derzeitigen Anstellung vereinbaren bzw. erreichen?
  • Können Sie spontan mindestens einen Erfolg im vergangenen Arbeitsjahr nennen, auf den Sie von ganzem Herzen stolz sind?

Wenn Sie einen Großteil der Fragen mit „Nein“ beantwortet haben, sollten Sie dringend über eine berufliche Neuorientierung nachdenken. Handeln Sie, bevor die berufliche Sackgasse zur Belastung für Gesundheit wird. Je früher Sie einen neuen Weg einschlagen, umso schneller können Sie neugefundene Perspektiven für sich nutzen.

So finden Sie den Ausweg aus der Sackgasse

Definieren Sie zunächst den „Soll-Zustand“:

  • Wie wäre der perfekte Zustand sowohl im privaten als auch beruflichen Bereich?
  • Was sind Ihre persönlichen Ziele?
  • Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen?>
  • Wo stoßen Sie an Ihre Grenzen?

Gleichen Sie den „Ist-Zustand“ mit dem „Soll-Zustand“ ab und prüfen Sie, inwiefern die beiden zusammenpassen. Prüfen Sie auch, ob diese gewünschten Veränderungen im aktuellen Job möglich sind oder sein könnten. Falls nicht, müssen Sie entscheiden, ob die Beibehaltung der aktuellen Situation und der vermeintlichen Arbeitsplatzsicherheit es wert sind an einem Arbeitsverhältnis festzuhalten, dass Sie im Grunde unglücklich macht.

Wenn nein, dann fassen Sie den Mut, notwendige Veränderungen in Ihrem Berufsleben vorzunehmen.Wenn Sie sich nicht sicher sind, konsultieren Sie unter Umständen einen Karriereberater oder einen persönlichen Coach, der Sie bei der Analyse Ihrer Situation und ggf. bei Ihrer Neuorientierung unterstützt.

Das Mitarbeitergespräch – Zwischen Pflicht und Kür

Beim Thema „Mitarbeitergespräch“ scheiden sich die Geister. Für die einen ist das meist jährlich geführte Gespräch zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern nur ein lästiger Pflichttermin, für andere ist es ein wichtiges Führungs- und Kommunikationsinstrument.

Mitarbeiter und Vorgesetzte, die das ganze Jahr über ein vertrauensvolles, vielleicht sogar partnerschaftliches Verhältnis pflegen, empfinden das Mitarbeitergespräch meist als überflüssig.

Wenn aber grundsätzlich kein auf Vertrauen basierendes, partnerschaftliches Verhältnis zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter existiert, kann auch ein verordnetes Mitarbeitergespräch mangelnde Führungsqualitäten nicht kompensieren.

Allerdings stellt sich die Frage, inwieweit ein partnerschaftlicher Führungsstil im Unternehmen bereits praktiziert wird. In kleinen und mittelständischen Unternehmen lässt sich dieser leichter umsetzen. Aber mit zunehmender Anzahl von Mitarbeitern, die ein Vorgesetzter führt, ist partnerschaftliche, vertrauensbasierte Führung leider nicht mehr der Regelfall.

Sind Mitarbeitergespräche also doch mehr als vertane Zeit? Eindeutig nein. Ein Mitarbeitergespräch ist das beste Führungsinstrument, wenn es gut genutzt wird. Das scheint aber leider oft genug nicht der Fall zu sein.

So sind die verschiedene Kritikpunkte von Mitarbeitern nicht verwunderlich: Einseitige Kommunikation, mangelndes Verständnis und fehlende Kompromissbereitschaft, Vermeidung kritischer Punkte, Gespräche unter Zeitdruck und Mitarbeiter, die sich rhetorisch unterlegen fühlen.

Hier liegt die Verantwortung klar auf der Seite der Vorgesetzten. Denn an ihnen liegt es, das Gespräch so vorzubereiten und zu gestalten, dass beide Seiten davon profitieren. Das Entscheidende dabei: Ein Mitarbeitergespräch muss mehr sein als das Ausfüllen standardisierter Formulare und Fragebögen. Erst dann hat es das Potenzial eines echten Führungsinstrumentes.

Oft helfen schon wenige grundlegende Regeln, damit beide Seiten zufriedenen aus dem Gespräch gehen. Dazu zählen neben einer gründlichen Vorbereitung das Zuhören, Verstehen und Respektieren. Dann hat ein Mitarbeitergespräch auch wirklich ein großes Potenzial.

Verständnis für die Ansichten und Wünsche des Mitarbeiters aufzubringen, muss übrigens nicht zwangsläufig bedeuten, diese auch zu akzeptieren. Umgekehrt agieren Vorgesetzte, die kraft ihrer Weisungsbefugnis eine „Lösung“ anordnen in aller Regel kontraproduktiv.

Vorgesetzte sollten ein paar Leitsätze beachten:

  • Kümmere Dich erst um die Person, dann um das Thema 
  • Rede weniger als Du möchtest
  • Du musst nicht alles sagen, was Du denkst, aber was Du sagst, solltest Du auch denken

Innovationen – Mehr als nur eine Wachstumsquelle

Unternehmen stehen heute unter dem Druck, Innovationen schnell voranzutreiben. Das ist herausfordernd, denn es braucht Zeit, motivierte Mitarbeiter und eine konstruktive Veränderungskultur um aus einer guten Idee ein gutes Produkt zu entwickeln.

Aber wie werden Unternehmen innovativ? Wodurch heben sich Starbucks, Apple, Amazon oder erfolgreiche junge Start-Up-Unternehmen von der Masse ab? Weshalb sind sie in der Lage, bahnbrechende Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln, während andere an Massenprodukten festhalten oder sich einfach darauf verlegen, vorhandene Produkte oder Dienstleistungen zu verbessern? Was treibt Innovation an?

McKinsey hat die Innovationsleistung von 28 US-amerikanischen und europäischen Großunternehmen untersucht und dabei vier Gemeinsamkeiten zwischen den Unternehmen mit den besten Ergebnissen festgestellt: Diese Unternehmen haben ihre Projektziele sehr früh und genau definiert, eine nachhaltige Projektkultur gelebt, die Mitarbeiter in den Innovationsprozess eingebunden und während des Projekts einen engen Kontakt mit Kunden gepflegt.

Hinzu kommt, dass diese Unternehmen in der Regel immer sehr fokussiert, effizient und effektiv sind. Kurzum diese Unternehmen können zwar nicht alles, aber die richtigen Dinge machen sie gut.

Der wichtigste Erfolgsfaktor ist jedoch, dass die Mitarbeiter bei den zum Teil sehr tiefgreifenden Veränderungsprozessen mitgenommen werden.

Da jedes Unternehmen eigene Prioritäten setzt und marktspezifische Herausforderungen bewältigen muss, gibt es nicht nur einen Weg, um Innovation zu fördern. Außerdem sind Maßnahmen, die sich für ein Unternehmen und einen Markt als erfolgreich erwiesen haben, häufig nicht auf andere übertragbar. Es gibt jedoch einige Ansätze, die von innovativen Organisationen verfolgt werden.

Ideenzeit bei Google und 3M

Bei Google gibt es helle Konferenzräume, in neonlila gehaltene Kaffeeecken und ein Flipper sind Teil der Bürolandschaft des Unternehmens. Speisen und Getränke sind kostenlos, und im firmeneigenen Fitness-Studio hilft ein Personal Trainer den Mitarbeitern, in Form zu bleiben. Für Google ist Kreativität das Ergebnis von Zeit, die gemeinsam verbracht wird. Je mehr Ideen ausgetauscht werden, desto größer ist das kreative Potenzial. Deshalb versucht Google, das Leben am Arbeitsplatz so angenehm wie möglich zu gestalten. Die 20-%-Regel fordert jeden Mitarbeiter auf, 20 % seiner Arbeitszeit für neue Ideen und Projekte aufzuwenden, die nichts mit seinem Job zu tun haben. Auf diese Weise entstanden Google News, Gmail und Google Earth.

Weniger bekannt ist, dass 3M bereits 1948 ein ähnliches Programm ins Leben rief. Im Rahmen des 15-%-Zeit-Programms wurde Mitarbeitern Zeit eingeräumt, ihre eigenen Projekte zu verfolgen. Art Fry, der 3M-Forscher, der 1974 die Post-It-Notizzettel erfand, hat das Konzept in seiner 15-%-Zeit entwickelt. Viele der 20.000 Patente des Unternehmens wurden von seinen 6.500 Forschern im Rahmen dieses 15-%-Programms entwickelt.

Zusammenarbeit als Nährboden für Innovationprozesse

Da sich der globale Wettbewerb intensiviert und Entwicklungs- und Produktzyklen immer kürzer werden, werden komplexe innovative Lösungen leichter gefunden, wenn mehrere Parteien zusammenarbeiten. IBM und Procter&Gamble gehörten zu den ersten Unternehmen, die ihre Innovationsprozesse vor mehreren Jahren geöffnet haben.

IBM lancierte ihr „Innovation Discovery Programme“ im Glauben, dass bei einer offenen und fachübergreifenden Zusammenarbeit entwickelte Ideen innovativer als in völliger Abgeschiedenheit entstandene seien.

Laut Procter&Gamble soll die Hälfte der Innovationen des Unternehmens von externen Partnern kommen, und die Qualität und Geschwindigkeit der Innovationsprozesse soll von Lieferanten, Kunden und Universitäten gewährleistet werden. Die P&G-Website „connect + develop“ fordert Kunden auf, Ideen einzureichen und bei der Lösung realer Probleme zu helfen. Im Jahr 2004 stammten bereits 35 % der neuen Produkte des Unternehmens aus externen Quellen. Diese Vorgehensweise funktioniert auch andersherum: Der „Inside-out-Prozess“ verkauft internes Know-how, das nicht für das eigene operative Geschäft des Unternehmens verwendet werden kann, über Lizenzgebühren und Patente.

Geschäftsmodell – Agilität als Überlebensfaktor

Alexander Osterwalder, Autor des Bestsellers „Business Model Generation“, behauptet, dass „Unternehmen, die nicht in der Lage sind, ihr Geschäftsmodell systematisch zu erneuern, Mühe haben werden, zu überleben und erfolgreich zu sein“. Zwar tätigen Unternehmen erhebliche Investitionen und verfügen über umfangreiche Prozesse zum Untersuchen neuer Produkte und Technologien, sind aber häufig nicht in der Lage, die Geschäftsmodelle zu modernisieren

Fazit

In jedem Land und jeder Branche müssen sich Unternehmen aller Größenordnungen mit beschleunigtem Wandel und entsprechenden Geschäftschancen und Herausforderungen auseinandersetzen. Unternehmen, die dies als Chance begreifen und eine Kultur des Wandels entwickeln, die internes und externes Wissen vereint, haben die besten Chancen, konkurrenzfähig zu bleiben. Erfolgreiches Führen bedeutet heute schnelle, offene und gemeinsame Innovation in Bezug auf Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Ohne dass die Mitarbeiter in diese Veränderungsprozesse integriert werden, sind erfolgreiche Innovationen jedoch nicht möglich.

Lückenloser Lebenslauf? – Langeweile für den Personaler

Warum Lücken und Brüche für Unternehmen und Bewerber so wichtig sind!

Wer Karriere machen möchte, folgt einer einfachen Formel: Raus aus der Schule, rein in die Uni. Raus aus dem Hörsaal, rein ins Praktikum. Raus aus der Uni, rein in den Job. Das Produkt: Eine Armee von Klonen.

Was unterscheidet die einzelnen Kandidaten da noch von einander? Wie soll ein Personaler hier eine fundierte und an der zukünftigen Entwicklung des Kandidaten ausgerichtete Entscheidung treffen? An der Dezimalstelle der Endnote? Und wie sieht es auf der anderen Seite aus? Glauben die Klon-Studenten wirklich, sie könnten sich so von der Masse abheben?

Es sind die Brüche im Lebenslauf. Es sind die außergewöhnlichen Erfahrungen, die ein Mensch gemacht hat, abseits des Mainstream Karrierepfades. Viel zu riskant? Weniger riskant als weiterhin Monokulturen zu fördern anstatt Unternehmergeist und Risikofreude!

Es braucht Unternehmer – auch im Unternehmen

Fast in jeder Stellenausschreibung wird von den potentiellen Kandidaten „Unternehmergeist“ gefordert – als sei dies ein Seminar, das zwischen Rechnungswesen und Corporate Finance angeboten wird. So funktioniert das aber nicht. Ich behaupte, wer nicht einmal auch nur ansatzweise unternehmerisch tätig geworden ist, hat keine Ahnung, was Unternehmergeist bedeutet.

Unternehmergeist muss gelebt werden. Er wächst mit jedem Fehler, der auf dem Weg zur erfolgreichen Unternehmung gemacht wird. Unternehmergeist ist nicht nur eine Einstellung er ist Erfahrung. Unternehmergeist bedeutet „am Ball bleiben“, „die Zähne zusammenbeißen“ und „Erfolge ausgiebig feiern“ gelebt zu haben. Zusätzlich bedeutet es aber auch, seine eigene Position im Getriebe eines Unterfangens zu verstehen. Zu wissen, welches Rad man als nächstes drehen muss. Es bedeutet, einmal versucht zu haben, einen Hersteller für sein Produkt zu finden, Vertriebskanäle aufzubauen oder einfach ein Event zu organisieren, das am Ende profitabel und erfolgreich sein soll. Es bedeutet ein umfangreiches Wissen über die Zusammenhänge des unternehmerischen Alltags aufzubauen.

Die Unternehmen müssen den ersten Schritt machen

Wenn Unternehmen diese Eigenschaften als wichtig erachten, müssen sie den ersten Schritt machen und konsequent die Geister bedienen, die sie selbst gerufen haben. Wenn sie selbstständige und reife Mitarbeiter wollen, müssen sie Brüche im Lebenslauf in Kauf nehmen. Mehr noch! Sie müssen diese fordern und immer wieder kommunizieren: „Macht mal Pause und etwas Sinnvolles! Versucht ein Unternehmen zu gründen und wenn ihr Erfolg habt, profitieren wir alle. Wenn nicht, umso besser! Kommt zu uns, denn wir brauchen euch auch!“

Das Konzept des Durchlauferhitzers wird langfristig scheitern. Unternehmen, die nur geistlose 1-Komma-Klone einstellen wird etwas Wichtiges fehlen: Herz und Hirn. Unternehmen sind an engagierten, empathischen und aufgeschlossenen Mitarbeitern interessiert – und die erkennt man ganz sicher nicht an den Noten.

Es sind unternehmerische Alleinstellungsmerkmale und Erfahrungen, die sie eines Tages zu richtungsweisenden Persönlichkeiten werden lassen.

Studenten! Denkt eigenverantwortlich und selbstbestimmt!

Sicherlich können die Unternehmen alleine diese Aufgabe nicht bewältigen. Schließlich muss jeder Student selbst entscheiden, welchen Erfahrungen er sich öffnen will und ob diese wertvoll für sein Leben sind. Das große Problem, das besonders bei Bachelorstudenten auftritt, ist aber eine zu große Hörigkeit gegenüber Ratschlägen oder Weisungen von ehemaligen Studenten, Recruitern, Dozenten und Kommilitonen. Das ewige Vergleichen und suchen nach „dem einen richtigen Weg“ führt im besten Fall zum Unipsychologen, denn: Er existiert nicht.

Was sicher ist, ist dass kein Außenstehender verlässliche Ratschläge für die eigene Karriere geben kann. Wie denn auch? Jeder ist individuell und verfolgt seine eigenen Ziele. Es ist die eigene Verantwortung, die Kompatibilität der eigenen Fähigkeiten mit den verfolgten Zielen abzugleichen. Selbst im Bewerbungsgespräch versucht der Personaler lediglich so gut wie möglich zu erraten, ob der Kandidat der richtige für den Job ist.

Wenn sie dann in ein Unternehmen einsteigen, wird von ihnen erwartet, dass sie die Dinge selbst in die Hand nehmen. Sie müssen mit Vorgesetzten zusammenarbeiten und verhandeln, die vielleicht drei Karrierestufen über der eigenen sind – ohne sich gleich ins Hemd zu machen. Es wird aktives und selbstständiges Handeln gefordert. Und wer erst im Unternehmen anfängt diese Dinge zu üben, befindet sich schneller auf dem Abstellgleis als er es für möglich hält. Und dabei geht jeder Personaler davon aus, dass diese Fähigkeiten vorhanden sind. Es wird nicht einmal darüber gesprochen, weil es von so grundlegender Wichtigkeit ist – Paradox aber wahr!

Die Botschaft ist ganz klar: Das ewige Vergleichen und einholen von Meinungen zum eigenen Karrierevorhaben führt zu nichts! Was dem einzelnen am Ende Zufriedenheit verschafft, kann er oder sie nur selbst wissen. Denn nur wer weiß, welche einzigartigen Erfahrungen ihn von seinen Mitbewerbern unterscheiden, kann die eigenen Stärken glaubwürdig präsentieren.

Abgesehen von der „Nützlichkeit“ unternehmerischen Handelns, macht es Spaß! Die Erfahrung zu machen, dass das Studium tatsächliche Relevanz im freien Markt hat, ist überragend! SWOT, BCG Matrix und Business Pläne sind nicht nur eine Art und Weise, Wissen abzufragen – sie machen tatsächlich Sinn! Studenten tun sich selbst einen Gefallen, wenn sie nicht von der Uni gehen, ohne diese Erfahrungen gemacht zu haben. Sie sind unbezahlbar!

Anders denken – Bessere Ideen

Es gibt zwei Arten von Ideen: Die normalen Ideen und die besonderen Ideen. Besondere Ideen sind jene, die außergewöhnlich sind und wirkliche Innovationen hervorbringen können. Letztgenannte Ideen sind meist kein Zufallsprodukt und nur selten das Ergebnis von Geistesblitzen einzelner Genies. Bleibt aber die Frage zu klären, wie Sie es schaffen clevere Ideen zu entwickeln.

Besondere Ideen kommen meist genau dann, wenn man selbst am wenigsten damit rechnet. Oft gelingt dies, indem man sich einfach mit etwas vollkommen anderem beschäftigt, um auf eine zündende Idee zu kommen. Dadurch beschäftigt sich das Unterbewusstsein weiter mit dem Problem und liefert Ihnen eine Idee, auf die Sie vielleicht sonst nie gekommen wären. Ein Beispiel: Sicherlich haben Sie schon einmal – zunächst vergeblich – versucht sich an einen Namen oder Ort zu erinnern. Einige Zeit später, in einer völlig anderen Situation ist die Information plötzlich wieder präsent. Albert Einstein hat diese Methode bewusst angewendet. Er beschreibt sie wie folgt: „Wenn ich eine Stunde Zeit hätte, um ein Problem zu lösen, würde ich 55 Minuten damit verbringen, über das Problem nachzudenken, und fünf Minuten über die Lösung nachdenken.“.

Neugier

Darüber hinaus ist Neugier ein fruchtbarer Nährboden für besondere Ideen. Wenn Sie sich Ihre Neugier behalten, öffnen Sie die Tür für viele kreative Gedanken. Manchmal können bereits einfache Fragen helfen, um die Neugier zu wecken: Warum ist das so? Was passiert, wenn…? Auch eine grundsätzliche Offenheit gegenüber neuen Informationen und Veränderungen hilft, innovative Ideen zu generieren und sich der Entwicklung gegenüber nicht zu verschließen.

Hartnäckigkeit 

Auch Hartnäckigkeit zahlt sich aus. In einer idealen Welt wäre die erste Idee immer gleich erfolgreich. Leider sieht die Realität anders aus. Rückschläge und Fehltritte gehören dazu, doch dürfen Sie nicht gleich an sich zweifeln. Sehen Sie stattdessen die Herausforderung, weiter an Ihrer Idee zu arbeiten, vielleicht kleinere Änderungen vorzunehmen und es anschließend noch einmal zu versuchen. Diese Hartnäckigkeit wird Ihnen helfen, neue Ideen zu finden.

Gedankenfreiheit

Vermeiden Sie digitales Denken. Die Welt lässt sich nicht zweidimensional ausdrücken, also beschränken Sie Ihr Denken auch nicht darauf. Suchen Sie Ideen auch in den Zwischenbereichen. Auf diese Weise erweitern Sie Ihren Horizont und betrachten unzählige neue Möglichkeiten. Ersetzen Sie Ihr inneres Entweder-Oder durch den Gedanken, dass durchaus beides möglich ist.

Selbstvertrauen

Und manchmal müssen Sie einfach gegen den Strom schwimmen, um Ideen zu generieren, die sich von denen der anderen abheben. Scheuen Sie sich dabei nicht Risiken einzugehen. Wenn Sie dazu nicht bereit sind, verpassen Sie viele Chancen. Fassen Sie sich also öfter ein Herz und setzen Sie Ihre Ideen auch wirklich um. Das fühlt sich anfangs ungewohnt an, gibt Ihnen aber das Selbstvertrauen, auch in Zukunft aktiv zu werden.

Wie steuere ich meinen Chef?

… am besten so, dass er es nicht merkt.

„Managing your boss“, heißt das im Englischen, „Cheffing“ oder „Führen nach oben“ nennt man es hierzulande – gemeint ist stets dasselbe: agieren, statt reagieren. Sich nicht nur vom eigenen Vorgesetzten lenken zu lassen, sondern ihn selbst zu lenken.

In Unternehmen sind Hierarchien durchaus sinnvoll. Sie helfen Strategien umzusetzen und Entscheidungen zu treffen. Doch der Mensch strebt vor allem nach sozialer Eingebundenheit, Autonomie und Kompetenz. Dies steht aber oft im Widerspruch zur hierarchisch bedingten Realität.

Machtkämpfe

Wenn die Mitarbeiter ihren Chef als unfähig empfinden, erschwert das die Situation. Ein Gefühl, das viele Deutsche nachvollziehen können. Einer von drei Arbeitnehmern hält seinen Vorgesetzten zumindest in einigen Punkten für inkompetent, ergab im Jahr 2011 eine Umfrage von „Monster“. Wer so denkt und fühlt, lässt seine vermeintliche oder tatsächliche Überlegenheit irgendwann raushängen und sucht kleine Machtkämpfe oder rebelliert gar offen.

Aber schlechte Chefs treiben Angestellte überall ins geistige Exil. Und sie erhöhen die Fluktuationsrate. Untersuchungen zufolge haben 47 Prozent der deutschen Arbeitnehmer schon einmal wegen eines Vorgesetzten gekündigt.

Doch es geht auch anders. Um das gleich deutlich zu sagen: Es geht nicht um Konfrontation oder Manipulation. Niemand soll Hierarchien aushebeln, Kompetenzen überschreiten, tricksen und täuschen. Aber statt weiter unter dem Vorgesetzten zu leiden, kann man ihn sich gewissermaßen gefügig machen – nicht mit dem Säbel, sondern mit dem Florett.

Jeder Angestellte sollte sich auf seinen Vorgesetzten einstellen. Seine Launen, Eigenarten und Vorlieben analysieren, um hinterher davon zu profitieren. Elegant, unauffällig, wirkungsvoll.

Wie Sie die Lage Ihres Chefs nutzen

Viele Arbeitnehmer vernachlässigen, in welcher Situation der eigene Vorgesetzte gerade steckt. Bevor Sie sich für Ihr Anliegen seine Zustimmung einholen, sollten Sie wissen: Steht Ihr Vorgesetzter womöglich gerade unter Druck? Kämpft er um seinen Job? Oder ist er wegen eines guten Ergebnisses gar in Spendierlaune?

Das bedeutet aber nicht nur, sich besser auf das nächste Gespräch oder das kommende Meeting einstellen zu können. Man kann sich darüber hinaus auch nützlich zeigen und gegebenenfalls seine Unterstützung anbieten. Halten Sie das Gespräch mit offenen Fragen lebendig, und geben Sie Ihrem Vorgesetzten die Gelegenheit, ausführlich von sich selbst zu erzählen.

Wer sich einfühlsam zeigt, erreicht zwei Ziele auf einmal. Die meisten Menschen empfinden jene Konversationen als angenehm, in deren Verlauf sie selbst am meisten reden. Das gilt auch für die meisten Chefs. Und wenn Ihr Boss sich verstanden fühlt, stimmt er Ihrem Vorschlag viel eher zu.

Meiden Sie Killerphrasen

Das haben wir schon immer so gemacht! Das haben wir noch nie so gemacht! Das hat noch nie funktioniert! Diese Killerphrasen gehören zur Standardreaktion vieler Angestellter, wenn der Chef von einer Idee überzeugt ist, die den Ansichten der Belegschaft zuwiderläuft.

Umso eher neigen die Angestellten dazu, die Vorschläge des Vorgesetzten mit entsprechenden Phrasen zu kontern. Doch damit provozieren Sie den Widerstand Ihres Chefs, der die Idee angesichts Ihres Protests erst recht umsetzen will. Verzichten Sie also besser auf solche Phrasen. Wenn Sie einen Vorschlag Ihres Chefs für inhaltlich falsch halten und ihm diesen ausreden wollen, bleiben Sie ruhig, geben ihm erst ein Stück weit nach. Und versuchen dann erneut, mit Ihren Sachargumenten zu punkten.

Bekämpfen Sie Totschlagargumente

Ein kategorisches Nein sollten Sie also unbedingt meiden. Doch selbst wenn Sie sich an diesen Rat halten – es lässt sich leider nicht ausschließen, dass Ihr Chef Sie selbst mit einer solchen Haltung konfrontiert. Motto: Das haben wir noch nie gemacht! Das kann überhaupt nicht funktionieren! Das hat doch keinen Sinn!

Ihnen bleiben drei Möglichkeiten, darauf zu reagieren: Entweder Sie fügen sich und denken sich Ihren Teil. Die zweite Option: Schlagen Sie mit den gleichen Waffen zurück. Motto: Das funktioniert immer! Ist genauso übertrieben, setzt die vermeintliche Alternativlosigkeit aber erst mal außer Kraft. Eleganter und effektiver ist die dritte Option: das Hinterfragen: Was macht Sie da so sicher? Warum behaupten Sie das? Wie kommen Sie darauf?

So zähmen Sie Choleriker

Wie aber geht man mit cholerischen und tyrannischen Chefs um? Gut fährt, wer solche Charaktere früh erkennt, sich rechtzeitig auf sie einstellt und sich von der schlechten Laune nicht anstecken lässt.

Im Zweifelsfall nicken Sie lieber einmal zu viel und nehmen dabei die Launen Ihres Vorgesetzten nicht persönlich. Das ist besser als statt selbst in Rage zu geraten. Experten raten außerdem zum „Reframing“, einer Art mentaler Neubewertung einer verfahrenen Situation. Soll heißen: Betrachten Sie Ihre Lage aus der Vogelperspektive. Vielleicht hat der zeternde Chef gerade selbst einen schlechten Stand bei seinem Vorgesetzten? Womöglich sind die Zahlen mies, die er in Kürze präsentieren muss?

So sagen Sie Ihre Meinung

Zwar brüsten sich viele Vorgesetzte damit, aufrichtiges Feedback zu honorieren. In Wahrheit aber reagieren viele auf negative Kritik allergisch. Vor allem Menschen mit hohem Selbstbewusstsein und einer gehörigen Prise Narzissmus neigen dazu, Kritik persönlich zu nehmen.

Falls Ihr Chef dazu neigt, schon bei dezenter Kritik auf die emotionale Palme zu steigen, garnieren Sie das Gespräch mit Ich-Botschaften. Unbedingt vermeiden: Wörter wie „immer“ oder „nie“. Im zweiten Schritt können Sie Ihre Gefühle ausdrücken. Wichtig: Verwenden Sie nur Wörter, die den Adressaten nicht ent- oder bewerten. Gut: Adjektive wie „enttäuscht“, „frustriert“, „irritiert“. Schlecht: „missverstanden“, „unterdrückt“, „getäuscht“.

Im dritten Schritt sollten Sie Ihre Bedürfnisse ausdrücken und im letzten Schritt formulieren Sie eine Bitte. Etwa: dass Ihr Chef Ihnen sagen soll, wenn ihn etwas stört. Das garantiert zwar nicht, dass er der Bitte nachkommt aber zumindest vermeiden Sie so, dass die Situation weiter eskaliert.

Wie Ihr Chef gut aussieht

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mit Kollegen und Ihrem Chef in einem Meeting und diskutieren kontrovers über ein neues Projekt. Selbst wenn Sie sich mit den meisten Anwesenden einig sind: Bringen Sie Ihren Chef vor versammelter Mannschaft niemals in die Lage, sich verteidigen zu müssen. Andernfalls stellen Sie seine Autorität infrage.

Selbst wenn Sie Recht haben, muss er Ihren Angriff zwangsläufig kontern. Sonst verliert er sein Gesicht. Statt ihn anzugreifen, bitten Sie ihn lieber, zu erläutern, wie er auf seine Ideen kam. Reagiert er auch auf diese sanfte Kritik reserviert oder beleidigt, klären Sie die Angelegenheit lieber hinterher in einem persönlichen Gespräch.

Wie Sie Erwartungen übertreffen

Führungskräfte wollen, dass Sie Ihren Job gut machen. Bestenfalls erhalten Sie Anerkennung, schlimmstenfalls bedeutet schon die Abwesenheit von Kritik die maximal erreichbare Form des Lobs.

Aber wie wäre es, wenn Sie die Erwartungen gelegentlich übertreffen? Wenn Sie die Präsentation für den kommenden Montag schon am Freitag abgeben? Dadurch überraschen Sie Ihren Chef positiv und signalisieren: Ich habe meinen Job im Griff.

How to say nicely „No“

Sicher, einerseits ist Hilfsbereitschaft gut. Wer wagt es schon, seinem Chef einen Wunsch auszuschlagen?

Andererseits gilt aber auch: Wer niemals Nein sagen kann, schadet damit langfristig seinem Ansehen beim Boss. Schnell hat er das Image des Ja-Sagers, der widerstandslos alle Arbeiten erledigt, die sonst keiner machen will. Zum anderen riskiert er Stress und Selbstausbeutung. Wissenschaftler warnen immer wieder: Chronische Ja-Sager sind besonders gefährdet, bis zur völligen Erschöpfung zu schuften.

Der Vorgesetzte weiß zwar, dass er sie nicht endlos ausbeuten kann – das hält manche aber nicht davon ab, es dennoch zu versuchen. Und gerade wenn Ihr Chef nicht erkennt, wo ein verträgliches Limit der Belastung liegt, müssen Ihre Geduld und Gutmütigkeit Grenzen haben.

Wenn Ihr Chef Sie also demnächst wieder mit einer Sonderaufgabe beglücken will, zeigen Sie zunächst Verständnis für seine Situation. Aber beschreiben Sie auch Ihre Lage. Und sagen freundlich, aber bestimmt ab, wenn Sie zu Recht auf ein bereits dichtes Programm verweisen können. Oder reichen Sie ihm rhetorisch die Hand für einen Kompromiss, nach dem Motto: „Jetzt nicht. Aber nächste Woche gerne.“

Wie Sie Ihren Willen bekommen

Chefs lieben es, zu entscheiden und Macht auszuüben. Egal, wie gut die Vorschläge der Mitarbeiter auch sein mögen, viele Manager lehnen sie erst mal ab. Ärgerlich, aber nicht ausweglos.

Tipp: Nennen Sie ihm zunächst Ihren Favoriten – der es in Wahrheit aber gar nicht ist. Ihre eigentlich erste Wahl präsentieren Sie danach als vermeintliche Alternative. Die Strategie mag Ihnen riskant vorkommen, doch Studien zeigen: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Ihr Chef sich für die Alternative entscheidet. Dann glaubt er, selbst entschieden zu haben – und Sie genießen trotzdem den heimlichen Sieg.

So verhandeln Sie richtig

Sie beschweren sich nicht wegen jeder Überstunde, erreichen regelmäßig Ihre Zielvorgaben, übernehmen Zusatzaufgaben und erfreuen Ihren Chef regelmäßig durch gute Ideen: Wer gut arbeitet, so denken Sie, soll auch gut verdienen. Und fragen nach einer Gehaltserhöhung.

Obwohl Sie davon überzeugt sind, jede Menge einleuchtender Argumente zu haben, lehnt Ihr Chef Ihre Bitten und Forderungen ab? Selbst wenn es bei Ihnen so ankommen könnte: Das geschieht häufig gar nicht aus bösem Willen – sondern weil Sie schlecht verhandeln und Ihr Anliegen ungeschickt formulieren.

Sätze, die mit „Ich will“ oder „Ich hätte gerne“ beginnen, sollten Sie dabei vermeiden. Sie stoßen zwangsläufig auf Ablehnung. Besser: Zeigen Sie ihm, welche Vorteile er von Ihnen hat. Erklären Sie ihm, wo er Geld sparen kann. Finden Sie neue Einnahmequellen. Schildern Sie noch einmal Ihre Leistungen der vergangenen Monate.

Dadurch verringern Sie seine innere Blockadehaltung – und erhöhen die Chance, Ihren Willen zu bekommen. Bereiten Sie sich aber trotzdem darauf vor, dass er stur bleibt. Für den Fall sollten Sie sich Alternativen überlegen. Vielleicht kann er Ihnen eine Weiterbildung oder mehr Urlaubstage einräumen.

So fallen Sie positiv auf

Der Grat zwischen Selbstmarketing und Selbstbeweihräucherung ist äußerst schmal. Ständiges Prahlen stößt ab, bescheidene Menschen sind sympathischer. Doch wahr ist auch: Erfolgreicher sind die anderen. Jene, die nicht vor Eigen-PR zurückschrecken. Wer nichts sagt, der nicht gewinnt.

Wer beim Vorgesetzten Respekt genießt, hat deutlich größere Chancen, ein Anliegen durchzubringen. Doch der ist häufig viel zu beschäftigt, um all Ihre Großtaten mitzubekommen. Umso wichtiger ist es, dass Sie ihn selbst darauf hinweisen.

Natürlich sollen Sie nicht penetrant prahlen. Doch Eigenlob stinkt nicht per se. Berichten Sie Ihrem Chef regelmäßig von Ihren Fortschritten, beteiligen Sie sich in Meetings – aber nur mit wirklich substanziellen Ideen.

Übernehmen Sie Projekte, die bislang niemand anpacken wollte, auf die Ihr Chef aber viel Wert legt. Aber bleiben Sie bei allem Tatendrang verbindlich. Wenn Sie ankündigen, sich um etwas zu kümmern, dann halten Sie sich dran. Sonst verlieren Sie schnell Ihre Glaubwürdigkeit.

Wie Sie Ihren Chef um Rat bitten

Ob Sie nun Hilfe bei einem Kundenprojekt brauchen oder Tipps für die persönliche Weiterentwicklung: In beiden Situationen empfiehlt es sich, seinen Chef um Rat zu fragen.

Das ist einerseits eine klassische Unterwerfungsgeste – gleichzeitig aber die subtilste Form des Lobes. Denn jeder Vorgesetzte fühlt sich geschmeichelt, wenn er darum gebeten wird, seinen Wissensschatz auszubreiten. Das Signal: Er ist der Meister, Sie sind der Schüler.

Danken nicht vergessen

Natürlich darf das Dankeschön weder plump noch unglaubwürdig sein. Sie sollen Ihrem Chef auch nicht das Mittagessen ausgeben oder die Koffer hinterhertragen. Vielmehr sind es die kleinen Gesten, die Großes bewirken. Ein kurzes Dankeschön per E-Mail, egal, ob für die offene Unternehmenskultur, die Zusammenarbeit in einem Projekt oder die eigene Weiterentwicklung, reicht oft schon aus.

Fazit

Zu den Erfolgstiteln des deutschen Karriereautors Martin Wehrle gehört „Das Chefhasserbuch“. Und unter dem Pseudonym Katharina Münk berichtete eine Vorstandssekretärin über ihren Vorgesetzten. Der Titel: „Und morgen bringe ich ihn um“.

Nimmt man Verkaufszahlen von Sachbüchern als Indiz, war das Verhältnis von Chefs und Mitarbeitern nie so schlecht.

Es ist normal, sich in Kantinen und Kaffeeküchen über den eigenen Vorgesetzten zu mokieren. Der Chef dient als Projektionsfläche für Frust und Missgunst. Angeblich lästert jeder Deutsche im Schnitt vier Stunden pro Woche über seinen Chef.

Druck und Ärger abzulassen kann kurzfristig helfen. Für das Erreichen der eigenen Ziele ist es jedoch sinnvoller, sich zunächst einmal in die Rolle des Vorgesetzten hineinzudenken.

Love it, change it or leave it

Gut zwei Drittel aller deutschen Arbeitnehmer steckten schon einmal in einem ungeliebten Job fest. Bis sie Konsequenzen daraus ziehen, zögern viele aber trotzdem lange, im Schnitt elf Monate. Dieses zögerliche Handeln liegt nicht an fehlenden Möglichkeiten im Arbeitsmarkt, es sind die Arbeitnehmer selbst: In vielen Fällen fehlt es schlicht an Selbstvertrauen.

Selbstzweifel als Hemmschuh

Die Selbstzweifel haben im Wesentlichen drei Ursachen, die von den Betroffenen je ungefähr zu einem Drittel als Grund angegeben werden: Die Angst vor dem Verlassen der eigenen Komfortzone, die Einschätzung, dass man für eine bestimmte neue Herausforderung nicht perfekt geeignet ist und fehlende Berufserfahrung.

Allerdings steigt das Selbstvertrauen mit dem Alter: 44% der 18- bis 34-jährigen hat wegen mangelndem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten schon mal auf eine Bewerbung verzichtet, zwischen 35 und 54 waren es nur noch halb so viele und bei den über 55-jährigen nur noch 16%. Andere Gründe die Betroffene davon abhalten, sich einen neuen Job zu suchen sind: die Angst, sich zu verschlechtern (23%), die Loyalität zum gegenwärtigen Arbeitgeber (16%) und Unsicherheit im Zusammenhang mit der veränderten Arbeitsumgebung (15%).

Eigeninitiative als Chance

Aber wie auch immer: Machen Sie sich klar, dass es immer drei Möglichkeiten gibt Probleme anzugehen:

  1. Ändern Sie Ihre Einstellung und arrangieren Sie sich mit dem, wie es ist
  2. Wenn Ihnen das nicht akzeptabel erscheint, dann ändern Sie die Situation. Stoßen Sie neue Prozesse an, besprechen Sie Konflikte mit Ihren Mitmenschen. Und wenn das nichts bringt, dann:
  3. Hauen Sie ab und planen Sie einen neuen Start irgendwo anders

Dieser dreistufige Entscheidungsprozess funktioniert im Job, in der Familie, in der Beziehung und so weiter. Wir sind nicht die Opfer der Umstände, sondern die Umstände sind Teil unseres Lebens, dessen Weichen wir selbst stellen können. Wenn wir das wollen.