Veränderung – die Zukunft des Unternehmens sicherstellen

WARUM BRAUCHEN WIR MANAGER? Einige Manager sind der Meinung, ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, mithilfe von Regeln, Methoden und Techniken die Pflichten der Geschäftsleitung, der Organisation und Verwaltung auszuüben. Das klingt effizient. Doch reicht das auch?

Die betriebliche Effizienz eines Unternehmens steht heutzutage nicht mehr im Vordergrund. Wichtiger ist die Fähigkeit, Entscheidungen über die Zukunft eines Unternehmens zu treffen und diese auch durchzuführen. Deshalb sollte ein moderner Manager und vor allem ein Leader Veränderungen initiieren.


Management im Wandel

Unsere Umgebung ist ständig in Bewegung. Es reicht nicht, sich diesen Schwankungen lediglich anzupassen. Ein erfolgreicher Manager sieht Veränderungen voraus, er fördert sie und setzt sie gezielt ein, wie Figuren auf einem Schachbrett.

Umgang mit Veränderungen

Das Massachusetts Institute of Technology sagt, Management beinhalte „das Erfassen der Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten von Veränderungen in der Umgebung. Die Stärken und bisher unerkannten Schwächen des Unternehmens müssen aufgedeckt und Taktiken und Programme zum Erreichen wichtiger Ziele entwickelt werden.“ Peter Drucker führt in Management:  Tasks, Responsibilities, Practices an, dass ein Postkutschenbauer, wie effizient er auch arbeite, heutzutage keine Geschäfte mehr machen könne.

Ein innovatives Unternehmen, das seine Erfolgsresultate zum Kreieren neuer Entwicklungsmöglichkeiten verwendet, befindet sich in einer starken Position. Demzufolge ist es die Hauptaufgabe des Managements Veränderungen zu fördern und zu planen. Tom Peters schreibt in Thriving on Chaos: Handbook for a Management Revolution: „Heutzutage wird ein Manager nicht mehr dafür bezahlt, lediglich die Mittel zu verwalten. Er oder sie wird einzig und alleine für Verbesserungen, Differenzierung und Veränderungen bezahlt und dafür, dass er oder sie handelt.“

Dabei kommt der strategischen Ausrichtung eine zentrale Bedeutung zu, da sie den Rahmen für nachhaltige Innovationen vorgibt. Nur durch eine konsequente Förderung von Kreativität und Lernbereitschaft können Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig bleiben. Veränderungsprozesse sind daher nicht als Ausnahme, sondern als kontinuierlicher Bestandteil unternehmerischen Handelns zu verstehen.


Holistisches Management

Moderne Manager haben vielerlei Aufgaben und Tätigkeiten. Sie brauchen die Fähigkeit, mit Menschen unterschiedlichen Niveaus innerhalb und außerhalb des Unternehmens zu kommunizieren. Das Wesen ihrer Aufgabe ist holistisch – abgeleitet vom griechischen Wort holos = global. Holistisches Management beinhaltet:

1. Eine positive innere Einstellung

Manager müssen vor Notwendigkeit von Veränderungen überzeugt sein. Sie sollten sich über die Möglichkeiten und den Nutzen der Veränderung für das Unternehmen, die Mitarbeiter und für sie selbst freuen.

Meistens werden neue Entwicklungen als Bedrohung erfahren. Die Folge sind Angst und defensives Verhalten. Stattdessen sollten die Möglichkeiten, die neue Entwicklungen bieten, eine positive und konstruktive Haltung stimulieren und zu effektiven und strategischen Initiativen führen. Für den erfolgreichen Manager ist eine positive Einstellung zur Veränderung ein sehr wichtiger Faktor.

Sir Winston Churchill sagte ganz richtig: „Ein Pessimist sieht in jeder Möglichkeit Probleme, ein Optimist in jedem Problem Möglichkeiten.“

2. Andere beeinflussen können

Das wertvollste Kapital eines Unternehmens sind die Mitarbeiter. Deshalb sollten sie alle die Veränderungen im Unternehmen verstehen und akzeptieren. Die Aufgaben des Managers während des Veränderungsprozesses besteht in der bewussten Beeinflussung seiner Mitarbeiter. Nur wenn er das Vertrauen seiner Teammitglieder gewonnen und sie zur Eigeninitiative angeregt hat, kann er sie auch motivieren. Besitzt er außerdem die Fähigkeit, seine Vorgesetzten zu beeinflussen, wird der Manager als starke Führungsperson angesehen.

3. Umgang mit Information

Holistisches Management basiert auf einem kontinuierlichen Kreislauf von Aktion und Reaktion. Die Effizienz dieses Kreislaufs ist von verfügbaren und detaillierten Informationen abhängig, die es dem Manager ermöglichen, Entscheidungen zu treffen und zu modifizieren. Zur Sicherstellung eines effektiven Informationsflusses benötigen Manager folgende Fähigkeiten:

  • Bewältigung der Menge von Informationen und Treffen von Entscheidungen über ihre Relevanz und Bearbeitung innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
  • Korrekte Interpretation der selektierten Informationen um ein vollständiges Bild der Situation zu erhalten.
  • Entscheiden, welche Veränderungen nötig sind und sich dabei mehr auf die Intuition als auf Fakten und Daten verlassen.
  • Resultate genau und rechtzeitig mitzuteilen.
  • Kreieren und pflegen einer Kommunikationsstruktur, die das geben von Feedback anregt.

4. Zeitmanagement

Während Menschen das wertvollste Kapital eines Unternehmens sind, ist Zeit ein Faktor, der weder aufgehoben noch ersetzt werden kann. Zeit ist sehr unflexibel und schnell vergeudet.

Benjamin Franklin hat folgenden Rat gegeben: „Räumen sie jeden Teil Ihres Geschäftes genug Zeit ein“, und Peter Drucker hat festgestellt, dass der „umsichtige“ Umgang mit Zeit das Wahrzeichen einer guten Unternehmensführung ist.

Hieraus können wir folgenden Schluss ziehen: Eine effiziente Zeiteinteilung ist äußerst wichtig. Wie sonst ist es möglich, Übersicht über den Veränderungsprozess zu bekommen und diesen zu unterstützen? Nur wer seine zeitlichen Ressourcen bewusst plant und priorisiert, kann den steigenden Anforderungen des Wandels gerecht werden. Ein systematisches Zeitmanagement schafft somit die Voraussetzung dafür, strategische Entscheidungen nicht nur zu treffen, sondern auch wirksam umzusetzen. Darüber hinaus ermöglicht eine klare Strukturierung der verfügbaren Zeit, operative Aufgaben und langfristige Entwicklungsziele sinnvoll miteinander zu verbinden. So wird Zeit nicht nur zu einer begrenzten Ressource, sondern zu einem gezielt eingesetzten Instrument erfolgreicher Unternehmensführung.

5. Die Auffassung der eigenen Rolle

Heutige Leader werden eher als Visionär als im altmodischen Sinne als Chef angesehen. Und moderne Manager sind Triebkraft, nicht Befehlshaber. Der altmodische Autokrat wurde durch Veränderungsbegleiter ersetzt. Ein Leader hat die Verantwortung, sich auf die Vision, Struktur, Strategie und Unternehmenskultur zu konzentrieren. Er entscheidet, welchen Weg das Unternehmen der Zukunft einschlägt. Die Rolle des Managers besteht darin, auf operativer Ebene diese Ziele zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erreichen. Der Leader ist der Kompass des Unternehmens, der Manager die Uhr. Für beide gilt: Wir inspirieren unsere Mitarbeiter mit unserem vorbildlichen Verhalten. Steven Covey beschreibt in The Seven Habits of highly effective people den Unterschied zwischen Leader und Manager: „Ein Leader tut das richtige, während der Manager es richtig macht.“ James Collins und Jerry Porras behaupten in ihrem Buch Build to Last: „Ein Leader muss Zusammenhänge erkennen und bewahren, um grundlegende Elemente vorhersehen und Fortschritte stimulieren zu können.“ Collins und Porras legen großen Nachdruck die Notwendigkeit, eine Balance zwischen den Kräften innerhalb und außerhalb des Unternehmens, da diese einander beeinflussen.


Wandel als Chance

Moderne Manager müssen ein Gleichgewicht zwischen Proaktivität, Reaktivität und Kreativität finden. Ein überwiegend reaktiver Stil führt in bestimmten Situationen oder im Konkurrenzkampf unvermeidlich zu Misserfolgen. Die Schweizer Uhrenindustrie wurde von der Elektrotechnologie überrascht und erlebt dadurch große Verluste. Andererseits haben zahllose proaktive Unternehmen mit den der Entwicklungen auf dem Markt Schritt gehalten und so neue Möglichkeiten zum  Wachsen gefunden.

Die Beweglichkeit von Strukturen und Menschen

Es ist sehr wichtig, dass die heutige Unternehmensleitung über alle voneinander abhängigen Komponenten des Weltmarkts Bescheid weiß. Sie sollte sämtliche Veränderungen und Druckmittel das Marktes kennen. Mit steigender Komplexität konfrontiert, sind die modernen Maßstäbe nicht länger ausschlaggebend – die rasend schnelle Entwicklung der Technologie und die stets wachsende Konkurrenz machen sie sehr kurzlebig.

Diese brillanten aber temporären Ideen sollten von Experten auf den Gebieten der Unternehmensstrukturen und des Human Capitals ausgearbeitet werden. Zudem müssen Führungskräfte in der Lage sein, flexibel auf unvorhersehbare Marktbewegungen zu reagieren und Chancen schnell zu nutzen. Ein tiefes Verständnis für die Wechselwirkungen zwischen Technologie, Wettbewerb und Mitarbeiterpotenzial ist dabei unerlässlich.

Nur durch die gezielte Verbindung von Fachwissen, Innovationskraft und strategischem Weitblick kann ein Unternehmen nachhaltig erfolgreich bleiben.

Veränderung als Konstante

In diesem „unvernünftigen Zeitalter“ (laut Sozialphilosoph und Managementautor Charles Handy), diesem „Zeitalter der Diskontinuität“ (Peter Drucker), dieser „umgekehrten Welt“ (Tom Peters) ist Veränderung die einzige Konstante.


Dynamische Unternehmensführung

Aufgrund der schnellen und konstanten Evolution sind die wichtigsten Aufgaben eines Leaders das Geben von Richtlinien und das Weiterleiten von Informationen über Dinge, die nicht verändert werden. Weiter gehört es zu seinen Aufgaben, den Daseinszweck des Unternehmens zu bewahren, die ursprünglichen Werte zu verstärken, ohne sie Trends und modischen Strömungen zu unterwerfen und konstante Entwicklung zu garantieren. Zudem muss ein Leader die Balance zwischen Stabilität und Anpassungsfähigkeit wahren, um das Unternehmen sicher durch unsichere Zeiten zu steuern. Er sollte als Vorbild für Integrität und Beständigkeit dienen, damit Vertrauen und Zusammenhalt im Team gestärkt werden. Gleichzeitig ist es seine Aufgabe, Veränderungen zu antizipieren und die Organisation behutsam darauf vorzubereiten, ohne die Kernprinzipien zu gefährden.

  1. Wieviel Zeit nehmen Sie sich, um die Möglichkeiten zur Veränderung im Umkreis Ihres Unternehmens zu studieren und zu erkennen?
  1. Wie empfinden Sie persönlich Veränderung, und welches Beispiel geben Sie mit Ihrem Verhalten?
  1. Wie können Sie Ihren Mitarbeitern helfen, eine positive Einstellung zur Veränderung zu entwickeln bzw. zu unterhalten?
  1. Was können Sie tun, um diese positive Einstellung in nützliche Initiativen umzuwandeln?