Zur Führungskräfteentwicklung in den Kindergarten?!

von Bernd Schuster

Haben Sie schon einmal Kinder beim Spielen beobachtet? Es ist immer wieder verblüffend, auf welche Art und Weise sie sich verbal und nonverbal eine Spielwelt schaffen, in der sich bereits formale und informale Organisationen abzeichnen und voneinander abgrenzen.

Nirgendwo sonst ist die Entstehung, Aufrechterhaltung und Entwicklung von Organisationen so transparent und klar, wie im kollektiven Spiel von Kindern. Sie leben ihre Emotionen aus und lassen den Zuschauer am Entwicklungsprozess vor allem der informalen Organisation teilhaben.

In kindlichen Spielgruppen zeichnen sich schon die Rollen ab, die in der Berufswelt bedeutsam werden: Teambildung, Führungs- und Managementstile, Authentizität, Kreativität.

Auch bei Kindern gibt es den „Kreativen“, der immer neue und verrücktere Ideen hervorbringt. Es gibt den „Netzwerker“, der immer weiß, wo alles liegt und jeden kennt. Auch sind „Experten“, als Wissenseigner und Kritiker zu finden, die sich meistens mit den Kreativen heftig auseinander zu setzen haben. Und wenn es dann zu Auseinandersetzungen kommen sollte, treten meist die Verbindlichen, die „Konfliktmanager“ in Erscheinung, in einer kindertypischen und wohl deshalb unglaublich effizienten Art und Weise.

Gelegentlich sollten Führungskräfte und Manager Kindergärten besuchen. Dabei können Sie am Entwicklungsprozess kindlicher Spielräume teilhaben oder „müssen“ auch Fragen der Kinder beantworten. Testen Sie doch mal Ihre eigene Begeisterung für Ihre Arbeit, indem Sie versuchen, einem Kind diese Ihre Begeisterung zu vermitteln, sodass es im Anschluss selbst auch begeistert ist. Dies sind Herausforderungen ganz besonderer Art. Dabei lernen Sie andere Perspektiven für Ihren Arbeitsbereich und manchmal auch Schwachstellen Ihrer eigenen Perspektive kennen.

Wenn Sie sich in der Lage fühlen, auf die Spielaktivitäten Einfluss zu nehmen, versuchen Sie es doch mal. Dann lässt sich die Spreu vom Weizen trennen und es wird sich schnell herausstellen, wer wirklich das Potential zur Führungskraft in sich trägt und wo „Nachholbedarf“ besteht.

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